CouncilEurope

Europäisches Übereinkommen zum Schutz archäologischen Erbes

(ETS Nr. 66)

Vertrag aufgelegt zur Unterzeichnung durch die Mitgliedstaaten des Europarats am 6. May 1969 in London.

Inkrafttreten : 20. November 1970.

Zusammenfassung

Das Übereinkommen gilt für alle Überreste und Gegenstände oder sonstige Spuren menschlichen Lebens, die von Epochen und Kulturen zeugen, für die Ausgrabungen und Funde die Hauptquelle oder eine der Hauptquellen wissenschaftlicher Erkenntnis sind.

Die Vertragsparteien verpflichten sich, Fundorte und Stätten von archäologischem Interesse abzugrenzen und zu schützen und zur Erhaltung der später freizulegenden Zeugnisse der Vergangenheit Grabungsschutzgebiete einzurichten. Die Vertragsparteien verpflichten sich, im Rahmen des Möglichen unzulässige Ausgrabungen zu verbieten und zu verhindern, zweckdienliche Maßnahmen zu ergreifen, damit archäologische Ausgrabungen nach Erteilung einer besonderen Genehmigung nur fachlich geeigneten Personen übertragen werden, sowie sicherzustellen, daß die Ausgrabungsbefunde überwacht und geschützt werden. Weiterhin verpflichten sich die Vertragsparteien, Maßnahmen zu ergreifen, um die wissenschaftliche Veröffentlichung der Ergebnisse der Ausgrabungen und Entdeckungen zu gewährleisten, die Weitergabe archäologischer Gegenstände zu wissenschaftlichen, kulturellen und bildungspolitischen Zwecken zu erleichtern und in der Öffentlichkeit eine Vorstellung vom historischen und kulturellen Wert archäologischer Funde und von der Notwendigkeit, diese zu erhalten, zu wecken.

Das Übereinkommen betont den Grundsatz der internationalen Zusammenarbeit, insbesondere bei der internationalen Weitergabe von archäologischen Gegenständen (z.B. staatliche Kontrolle von Ankäufen der Museen).